Primiero und San Martino di Castrozza, Trentino

Primiero-Tal: das Gebiet und die Ortschaften

Das Primiero-Tal – nach dem Gebirgsbach, der durch das Tal fließt, auch "Cismon-Tal" oder einfach Primör genannt – liegt im östlichen Trentino, am Fuße der Pale di San Martino, die dank der wundervollen, mehr als 3000 Meter hohen Gipfel eine der berühmtesten Berggruppen der Dolomiten sind.

Einer der schönsten Punkte der Pale di San Martino ist der Cimon della Pala (3.184 m), der vom Valle del Travignolo oder, noch besser, von der Baita Segantini nahe des Rollepasses besonders gut zu sehen ist. Aufgrund seiner berühmten spitzen Form wird er auch "Matterhorn der Dolomiten" genannt.
Aber vom Primör aus kann man nicht nur die majestätischen Gipfel des Hochplateaus der "Pale" bewundern, denn dieses Trentiner Gebiet ist auch aufgrund der im Süden emporragenden Vette Feltrine und der Bergkette der Lagorai im Westen ein wahres Eldorado für Bergfreunde.

Der Tourismus nahm im Primiero-Tal in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Anfang, als die ersten Reisenden und Wanderer aus England die Gegend besuchten und sich vom Reiz dieser Orte und den wunderschönen Farben, in die jeder Sonnenuntergang die Berggipfel taucht, bezaubern ließen.
Seitdem ist das Primör für Wanderer, Bergsteiger und Liebhaber von Natur und Bergland ein besonders beliebtes Urlaubsziel.

Der Gebirgsbach Cismon wird von den Ortschaften San Martino di Castrozza, Siror, Fiera di Primiero, Transacqua, Mezzano, Imèr und Monte Croce gesäumt. Tonadico, ein weiterer wichtiger Ort im Primör, liegt ein Stückchen weiter östlich, am Ufer des Canali, wo auch das gleichnamige Tal beginnt. Noch weiter im Osten, hinter dem Cereda-Pass, stößt man auf die Ortschaft Sagron-Mis. Hier verläuft die Grenze zu Venetien. Im Westen wird das Primör dagegen vom Gebirgsbach Vanoi begrenzt, in dessen Tal die Gemeinde Canal San Bovo mit den Ortsteilen Prade und Caoria liegt.

San Martino di Castrozza ist ein renommierter Urlaubsort, der nicht nur wegen seiner einladenden Hotels und Gästehäuser das ganze Jahr über besucht wird: Moderne Liftanlagen schaffen einen leichten Zugang zu den Berggipfeln, von denen das Dörfchen eingerahmt ist.
Tonadico fasziniert den Touristen mit malerischen Eckchen, die man bei einem Bummel durch die Gassen (im Dialekt "canisèle"") der historischen Altstadt entdecken kann. Besonders reizvoll sind die mit Blumen und Fresken reich geschmückten Fassaden.
Fiera di Primiero hat eine relativ junge Geschichte: Es entstand im 15. Jahrhundert als Bergarbeiterstadt und Handelszentrum des Gebiets. Nachdem die Bergwerke geschlossen wurden, konnte es sich dank des Tourismus weiterentwickeln.
Transacqua ist das größte Städtchen des Tals. Es bietet einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und ist ein idealer Ort für Ruhesuchende.
Mezzano zählt zu den schönsten Dörfern Italiens. Der kleine Ort bezaubert mit seiner malerischen ländlichen Architektur.
Das Vanoi-Tal, dessen wichtigster Ort Canal San Bovo ist, wird durch Wälder, Gebirgsbäche, kleine Seen und Weideland geprägt. Die in diesem Tal liegenden kleinen Ortsteile laden zu einem erholsamen Bergurlaub ein.

Das gesamte Primiero-Tal gehört gemeinsam mit dem Canali-, Vanoi-, Venegia-, Sorda- und Noana-Tal zum Naturpark Paneveggio-Pale di San Martino, welcher 1967 von der Autonomen Provinz Trient gegründet wurde und ein großartiges Beispiel für Nachhaltigkeit darstellt. 98% der verwendeten Energie stammen aus erneuerbaren Quellen: Das ist sogar für das Trentino ein Rekord.

Die diversen Attraktionen des Tals sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt und lassen sich auch mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie Mountainbike oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen. Außerdem gibt es einen effizienten Skibus-Service, der die Orte des Primörs mit dem Gebiet des Rollepasses verbindet.
Dieser auf 1.970 Metern Höhe liegende Pass, der nur 9 Kilometer von San Martino di Castrozza entfernt ist, gilt nicht nur als bekanntes Skifahrer-Paradies, sondern bezaubert auch mit einem unvergleichlichen Blick auf die Berge Cimon della Pala und Cima della Vezzana. Der Rollepass ist außerdem ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Dolomiten.

Das Primiero-Tal ist somit das ganze Jahr über ein ideales Ziel für Berg- und Outdoorsportliebhaber.
Im Sommer kann das reiche Wanderangebot allen Anforderungen gerecht werden: Das Wanderwegnetz erstreckt sich über Hunderte von Kilometern und bietet Wanderern mit seinen Berghütten zahlreiche nützliche Stützpunkte. Es werden Wanderungen für die ganze Familie, aber auch anspruchsvolle Klettertouren für Bergsteiger geboten.
Im Winter steht auf den Bergen des Primiero-Tals natürlich der Schnee im Mittelpunkt des Geschehens: Hunderte Kilometer Ski-Alpin-Pisten, stille Ski-Langlauf-Strecken durch dicht verschneite Wälder und Wege für Schneeschuhwanderungen mit sind der Garant für unvergessliche Urlaubstage. Im Skigebiet des Rollepasses und von San Martino di Castrozza erwarten Sie Abfahrtspisten mit einer Länge von etwa sechzig Kilometern. Es gibt sage und schreibe drei Snowparks, und auch Langlauffans haben in dem unweit gelegenen Gebiet von Prà delle Nasse oder am Cereda-Pass, zwischen Tonadico und Sagron-Mis, ihren Spaß, wo ein sieben Kilometer langer Rundweg durch schneebedeckte Wälder führt. Hier gibt es auch leichtere, weniger befahrene Abfahrtspisten für alle, die diese Sportart zum ersten Mal ausprobieren.

Seinen Urlaub im Primiero-Tal zu verbringen, heißt auch, Traditionen und Geschmackseindrücke, die das Bergland zu bieten hat, wiederzuentdecken. Dazu laden zahlreiche Almen ein, wo man einen herzlichen Empfang mit ländlichem Charakter genießt und die Köstlichkeiten der heimischen Küche wie "Lucanica cariota" (Wurst), "Carne fumada" di Siror (Schinken), Speck aus Castrozza oder die leckeren Käsesorten – "Nostrano di Primiero" und "Tosèla" – kosten kann. Außerdem findet man hier "Botìro di Primiero", eine ohne Zentrifuge hergestellte Butter mit langer Tradition, die seit 2007 wieder produziert wird und zum Slow-Food-Erzeugnis erklärt wurde.